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Kultur im Bremer Ratskeller

Kultur

 

Hier saß in Würde und Hoheit
der Senat von Bremen, stattliche
Perücken, Muth im Herzen, und
jeder einen Römer vor sich. Hier,
hier, nicht oben auf der Erde,
hier war ihr Rathaus, hier die
Halle des Senats; denn hier beim
kühlen Weine berieten sie sich
über das Wohl der Stadt.
Wilhelm Hauff
 

 

Die innige Liebe der Bremer Ratsherren zu ihrem "köstlichen Fundament" ist nicht erst seit den heiteren Beschreibungen des berühmten Dichters Wilhelm Hauff in seinen "Phantasien im Bremer Ratskeller" ein offenes Geheimnis. Im Ratskeller ließ sich die hanseatische Streitkultur der Bürgerschaft beim Wein zivilisieren. Nicht in der Belle Etage des Rathauses waren Politik und Geschäft zu Hause, sondern „unter Tage" fand man die hohen Herrn konsensbereit vereint beim Rebensaft. Bacchus' Hallen unter dem Rathaus vermittelten auch immer etwas vom Schein des schönen Lebens, von einer geistvollen Unterhaltung, der heiteren, auch besinnlichen Gegenwelt zum oftmals rauen Realismus des politischen Alltags und den Fährnissen des Handels. Nicht zuletzt kündeten sie von einem kultivierteren Umgang miteinander. Neben den einzigartigen Weinen, die hier genossen werden können, hat vor allem diese besondere Atmosphäre seit jeher berühmte und interessante Gäste aus aller Welt in den Ratskeller gelockt.

 

 

Zu Besuch im Bremer Ratskeller – Persönlichkeiten der europäischen Geistesgeschichte zwischen Literatur, Kunst und Politik

 

Wilhelm Hauff, 1802 - 1827 Carl Maria von Weber, 1786 - 1826 Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874 (Gemälde von G. C. Schumacher)

Nikolai Wassiljewitsch Gogol, 1809 - 1852

Heinrich Heine, 1797 - 1856 Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim) Richard Wagner, 1813 - 1883 (Gemälde von Cäsar Wilich, Alte Nationalgalerie Berlin) Theodor Fontane, 1819 - 1898 (Fotografie von Julius Schaarwächter) Johannes Brahms, 1833 - 1897
Otto von Bismarck,  1815 - 1898  (Preußischer Ministerpräsident  und erster Reichskanzler des  Deutschen Kaiserreichs,  Abbildung aus Evert A.  Duyknick:  A Portrait Gallery of Man and  Women of Europe and America) Max Slevogt Kaiser Wilhelm I, 1797 - 1888 (Seit 1858 König von Preußen und Deutscher Kaiser von 1871 - 1836) Wilhelm II, 1859 - 1941 (Deutscher Kiaser und König von Preußen zwischen 1886 und 1918)

 

 

Beim Blick auf die Ahnengalerie dieser illustren Persönlichkeiten, die sich in diesem Mekka des Weins heimisch fühlten, lässt sich ein Stück europäische Geistes- und Kulturgeschichte besichtigen. Dabei verbindet sich vor allem das reiselustige 18. und 19. Jahrhundert mit berühmten Namen. Goethe bezog seine Weine aus dem Bestand des Ratskellers, Wilhelm Hauff verfasste hier sein spukhaftes Zechmärchen, Heinrich Heine ließ sich in seinen „Nordsee”- Versen zu selbstironischen Bemerkungen auf seinen „unterirdischen Rausch" im Ratskeller hinreißen, der russische Schriftsteller Nikolai Gogol gönnte sich hier eine kreative Verschnaufpause. Theodor Fontane ließ sich 1880 durch die Kellerräume führen und zeigte sich vom 1727er Rüdesheimer beeindruckt.

Vielfach sind auch Musiker und berühmte Komponisten von den Bremern im Ratskeller gefeiert worden: Im April 1868 war Johannes Brahms nach der Uraufführung seines Deutschen Requiems, das vor rund 2000 Hörern im Bremer Dom stattgefunden hatte, mit  Freunden und Künstlern zu Gast. Wilhelm II. lud von 1890 bis 1914 jedes Jahr einmal zum großen „Kaiserfrühstück" in das repräsentativ - prunkvolle Kaiserzimmer.

Für Staats und Ehrengäste gehört ein Besuch im Bremer Ratskeller nach wie vor zu einem der Höhepunkte ihrer Visite in der Hansestadt. Wer heute den Ratskeller betritt, der lässt sich hingegen nicht nur von diesem Panoptikum berühmter Geister inspirieren. Für Überraschung sorgen außerdem die wertvollen und auch kunstgeschichtlich bedeutenden Fresken von Max Slevogt, der die Hauffschen „Phantasien" kongenial in Malerei übersetzt hat.


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